Tag 1: Die Anreise

Das Thermometer zeigte kaum zehn Grad, als wir uns gegen vier Uhr früh vor dem Kommandogebäude der Landespolizeidirektion trafen. Umso erstaunlicher, dass sich ein leicht bekleideter junger Steirer am Parkplatz vor dem Gebäude einfand, der nicht wusste wie er hierhergekommen war. Er sollte eigentlich in Graz sein, nachdem er sich auf den Heimweg nach einer Party – von ebendort -machte; ein klassischer hangover; …böses Erwachen!

Tangierte uns jedoch nicht weiter. Einen starken schwarzen Kaffee aus dem Automaten in Hans-Peter`s Büro und auf ging`s Richtung Kroatien.

Es dauerte ein wenig bis die gesamte Flottenmannschaft eingetroffen, ihr Gepäck – vor allem die Versorgungsgüter – im Bus verstaut hatte und zur Abfahrt bereit war. Der Buschauffeur des bekannten Reisebusunternehmens hatte alle Hände voll zu tun, die Utensilien der „Nationalmannschaft“ (so die hochtrabende Aufschrift auf unserem Reisebus) unterzubringen. Doch irgendwie gelang es dann doch, den Bus zeitgerecht in Bewegung zu setzen.

Kaum hatten die Räder des Busses einige Umdrehungen hinter sich, waren die eisgekühlten Getränke des Bordkühlschrankes (der nicht unerheblichen Ausmaßes befüllt war) Vergangenheit und die ersten Stimmen zur Abhaltung einer Rauch- und Pinkelpause wurden Laut. Es war nur zu hoffen, dass sich das nicht auf die gesamte Reisedauer ausdehnen würde.  Aber die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.

So war es dann auch. Nach der X-ten Rauch und Pinkelpause gab`s die Würstelpause, was nach den knurrenden Geräuschen in manchen Sitzreihen auch schon höchste Priorität erreicht hatte. Nach etlichen wieder – Befüllungen der bordeigenen Kühlanlage, erreichten wir doch noch nach gefühlten hundert Stunden unser begehrtes Ziel, die Marina Kastela, in der Nähe von Split.

Die sieben Yachten für insgesamt achtunddreißig Segler mussten übernommen und für eine Woche kulinarisch bestückt werden. Es waren zwar meist Häfen mit Tavernen und Restaurants anzulaufen, doch auch Nächtigungen in einsamen Buchten geplant. Es blieb nicht viel Zeit, da der Busfahrer seinen Plan einhalten musste, um rechtzeitig wieder nach Hause zu kommen. Der Skipper hatte sich daher um die Schiffsübernahme zu kümmern, während ein anderer Teil der Mannschaft mit dem Bus zum Supermarkt gekarrt wurde, um die Einkäufe zu tätigen. Dass wiederum sollte möglichst schnell passieren. Was das bedeutet unter Zeitdruck in einem kroatischen Supermarkt Lebensmittel für eine Woche, für achtunddreißig Personen zu besorgen, brauch ich nicht extra zu erwähnen. Ein chaotisches, mit eingeschränktem Sehvermögen (die Lesebrille lag ja fein säuberlich im Seesack verstaut) Hin- und Herlaufen zwischen den mannshohen Regalen, um die einfachsten Dinge der Grundversorgung aufzufinden. Und doch hatten wir nach einer knappen Stunde bis auf eine Flasche Palinkovac alles – für den ersten Angriff erforderliche – im Einkaufswagen.

Die Schiffübernahme ging problemlos vonstatten und war bald erledigt. Die Kojen bezogen und die Grundversorgung gebunkert, blieb uns nur zu warten, bis es Abend wird und der Startschuss zum ersten gemeinsamen Abendessen in der kleinen, gegenüber der Einfahrt der Marina gelegenen Pizzeria ertönt.

Dalmatinischer Rohschinken mit Käse für alle, angerichtet auf mehreren Platten in Form eines Buffets, ließen keinen Zweifel über die Qualität der Küche in Mate`s Pizzeria aufkommen. Auch die beiden armen Schweine, die wir samt Beilagen zum Hauptgang verzehrten spielten alle Stückerln. Wenn auch nicht alle zur vollsten Zufriedenheit das Lokal mehr oder weniger benebelt verließen, war es doch ein unterhaltsamer Abend mit vorzüglicher empfehlenswerter Kulinarik.

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