Tag 3: Korcula

Die Nacht war kurz und irgendwie war das üppige Abendmahl einem erholsamen Schlaf nicht zuträglich. Eineinhalb Kilo Selchfleisch, Sauerkraut und vierzehn Semmelknödel waren aufgetischt und ein Großteil davon musste erstmal verdaut werden. Es schmeckte fantastisch. Da das Fleisch bei der Ankunft auf Dobri Otoc bereits gar war, musste ich es irgendwie warmhalten. So stellte ich es in einer Pfanne bei kleinster Flamme in den Backofen. Dort musste es die nächsten drei Stunden verbringen, was kein Nachteil war. Rundum knusprig, saftig und herrlich duftend kam es auf den Tisch. Es schmolz geradezu auf der Zunge und entfaltete ein wahres Feuerwerk auf den Geschmacksknospen. Dazu ein Berg dampfender Knödel, die kaum mehr zu toppen waren und mit Speck verfeinertes Sauerkraut, das seinesgleichen suchte. Ein geschmackvolles Safterl rundete das Vergnügen ab. Das Tüpferl auf dem „i“ konnte nur mehr durch eine Flasche Talisker Skye, Single Malt erreicht werden, die uns dann langsam aber sicher in unsere Kojen zwang.

Ein herrlich sonniger Tag stand uns bevor. Kein Wölkchen trübte den Himmel und das Thermometer zeigte um die achtundzwanzig Grad. Unser nächste Ziel Korcula, ließ sich mangels Wind nur durch Motorkraft erreichen. Einen angepeilten Aufenthalt im Hafen von Prigradica auf Korcula ließen wir dann doch aus, da dort sämtliche Läden und das einzige Bistro geschlossen waren. So erreichten wir gegen sechzehn Uhr die Marina Korcula, wo uns der Marinero einen Platz im hintersten Winkel der Anlage zuwies. Wie dort 50 Fuß – Yachten Platz fanden war mir ein Rätsel, war es doch für unsere Gorki mit ihren 37 Fuß schon sehr eng gewesen.

Gegenüber von unserem Liegeplatz, an der Pier vor dem alten Stadthafen, lag die Sea Cloud. Ein 1931 gebauter Viermaster mit einer Länge von 110 Meter. Ein prachtvoller Anblick, bei dem jedes Seglerherz ins Schwärmen kommen musste. Einer der bedeutendsten Windjammer seiner Zeit, war sie die größte und luxuriöseste Privatjacht, die es jemals gab. Sie wurde 2011 rundum renoviert und bietet für 64 Gäste Platz. Rund dreieinhalb Tausender für die Woche pro Person, ein Schnäppchen…

Die Insel Korcula, das „Schwarze Korfu“, wegen seiner Kiefernwälder ist eine der Perlen vor der Dalmatinischen Küste.

Mehrere Jahre waren bereits vergangen seit meinem letzten Besuch. Abgesehen von den Preisen für die Liegeplätze in der Marina Korcula hatte sich nichts verändert. Der kleine Stadtrundgang am Abend tat gut und das Abendessen in der Taverne Komin, gleich gegenüber von der Turmbar, war vom Feinsten. Natürlich durfte ein Besuch in der obersten Etage der Turmbar Massimo nicht fehlen. Mühsam erkletterten wir die engen, steilen Stufen empor, um oben angekommen auf ein wahres Flottentreffen zu stoßen.  Die Crew`s   der Fortissimo und der Andante hatten schon vor uns Stellung bezogen, weshalb sich dieser Bereich des Lokales sogleich in österreichischer Hand befand. So wurde es noch ein langer lustiger Abend, bei dem nach einigen Coktails, noch bis weit nach Mitternacht, die eine oder andere Flasche ihrer Bestimmung zugeführt werden konnte.

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